Festplatte Ratgeber

Festplatte Ratgeber: Lebensdauer, Kaufberatung und Co.

Wie lange hält eine Festplatte?

Die Lebensdauer einer Festplatte hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Marke, Speichergröße, Typ und Umgebung in der diese aufbewahrt oder betrieben wird.

Festplatten angesehener Marken sind oft zuverlässiger und halten länger. Ist eine Festplatte einer besonders hohen Nutzung ausgesetzt, wird also besonders stark und häufig beschrieben, altert sie schneller. Äußere Faktoren können die Sauberkeit der Umgebung sein, eine zu hohe Luftfeuchtigkeit sowie auftretende Temperaturschwankungen sein.

Bewahren Sie ihre Festplatten stets staubgeschützt auf und achten Sie auch bei einem Einsatz im Computer darauf, diesen regelmäßig im Innenraum mit Druckluftspray zu reinigen.

Die Lebensdauer einer Festplatte

Im Schnitt hält eine Festplatte drei bis fünf Jahre. Eine von dem Cloud Anbieter “Backblaze” zu dem Thema durchgeführte Studie kam zu Ergebnis, dass aus 25000 durchgehend in Betrieb laufenden Festplatten 90% drei Jahre und 80% vier Jahre überstanden haben.

Man hat jedoch festgestellt, dass sich Produkte verschiedener Marken unterschiedlich gut geschlagen haben. Nach dem Zeitraum von vier Jahren versagen gemäß der Studie nur noch rund 1% der Festplatten pro Jahr durch zufällig auftretende Defekte. Demnach kann eine Festplatte auch weitaus länger halten, es ist jedoch ratsam stets ein Backup vorzuhalten und Festplatten nach 3-5 Jahren zu ersetzen.

Anzeichen einer defekten Festplatte

Glücklicherweise treten die meisten Defekte nicht plötzlich auf, sondern lassen sich frühzeitig erkennen, wenn Sie die Zeichen deuten können. Deutliche Hinweise sind, dass der Computer plötzlich sehr langsam ist, einfriert oder Sie Fehlermeldungen über korrupte Daten oder fehlerhafte Sektoren anzeigt bekommen. Kostenlose Diagnose-Software wie “CrystalDiskInfo” kann ebenfalls nützliche Informationen über den Zustand der Festplatte liefern und Sie warnen, sobald kritische Werte überschritten werden.

Ein baldiges Ableben einer Festplatte kann sich jedoch auch akustisch ankündigen, wenn eine Festplatte ungewöhnliche Klick- oder Schleifgeräusche macht, kann ein mechanischer Defekt vorliegen. In diesem Fall sollten Sie ihre Daten retten bevor es zu spät ist.

Kaufberatung für Festplatten

Viele PC-Nutzer haben sich schon einmal mit der Anschaffung einer neuen Festplatte auseinandergesetzt. Wer seinen PC bereits länger nutzt, wird schnell merken, dass der Speicherplatz knapp wird.

So oder so ist es nicht sinnvoll seine Festplatte mit Dateien bis ans letzte Ende vollzupacken. Beim Kauf einer neuen Festplatte gibt es aber eine Menge zu beachten: Zuerst einmal muss man einige Fragen beantworten:

  • Soll es eine interne oder externe Festplatte sein?
  • Reicht eine HDD oder eine SSD?
  • Wie viel Speicherplatz brauche ich?

Interne oder externe Festplatte?

Interne Festplatten werden in den PC ins Gehäuse eingebaut und dort i.d.R mit einem Sata-Kabel an das Mainboard angeschlossen. Sie ergeben insbesondere dann Sinn, wenn man den Speicherplatz des System als solches erweitern will oder eine neues Festplatte einbauen will auf der das gesamte Betreibsystem läuft. Externe Festplatte sind mobil und lassen sich wie USB-Sticks an verschiedene Geräte anschließen.

Zu einer externen Festplatte zu greifen macht insbesondere dann Sinn, wenn man Dateien nicht nur an einem Gerät nutzen will, sondern auch mobil parat haben will. Sie eignen sich aber eher schlechter, um dort den Systemspeicherplatz zu erweitern.

SSD oder HDD?

SSDs sind eine sehr moderne Festplattentechnik, die besonders schnell ist. Sie eigenen sich besonders als Systemdatenträger, auf dem das Betriebssystem installiert ist, da dieses so viel flüssiger läuft. Der PC fährt daher z.B schneller hoch und Programme starten schneller.

Allerdings sind SSDs nicht gerade günstig. HDDs sind mechanische Festplatten, die mittlerweile seltener in neuen Systemen verbaut werden, da sie deutlich langsamer sind als SSDs. Sie glänzen aber nach wie vor mit sehr viel Speicherplatz für wenig Geld. Wer also nur ein “Datengrab” für große Dateien, wie Filme, Spiele, Back-Ups etc.. braucht, ist mit einer HHD bestens bedient.

Wie viel Speicherplatz braucht man?

Wie viel Kapazität die ideale Festplatte braucht, hängt von den individuellen Ansprüchen des Nutzers ab. Wer viel Platz für Back-Ups, Spiele, Filme etc.. Benötigt, der sollte mind. 1 TB nehmen. HDDs mit 1 TB Kapazität kosten etwa 35€.

Braucht eine Festplatte für das Betriebssystem, Programme und einige Dokument auf einem Office-PC oder privaten Gerät, das keine riesigen Dateien speichern muss, reichen 500 GB aus. Allerdings sollte man wissen, dass der Preis pro Gigabyte bei kleinen Festplatten etwas höher ist, als bei großen Festplatten.

Festplatte: Pflege und Reinigung

Lagern Sie Ihre Festplatte zu optimalen Bedingungen, kann diese gut 10 Jahre überdauern und funktioniert immer noch gut. In Ausnahmefällen geschieht dies sogar noch länger.

Daher ist die Pflege und Reinigung von Festplatten umso wichtiger. Doch wie sollte dabei vorgegangen werden?

Einen Überblick verschaffen

Bevor es zum tatsächlichen Aufräumen, sollten Sie Daten, die Sie nicht mehr brauchen und die das System belasten, sollten gelöscht werden. Jedoch sollten Sie sich vorher einen genauen Überblick verschaffen und die gespeicherten Dokumente entsprechend aufteilen.

Gedanklich sollten diese nach Dokumente, Inhalte, Videos und Software sortieren. Bei Programmen ist es wichtig zu wissen, ob diese wirklich noch gebraucht werden. Prüfen Sie genau, ob Sie nicht sogar etwas doppelt haben, um wirklich nur das Nötigste darauf abgespeichert zu lassen.

Vergessen Sie Datenreste nicht – mit Software viel einfacher

Selbst wenn Sie etwas von der Festplatte löschen, bleiben meist Datenreste übrig. Diese werden auch als temporäre Dateien bezeichnet, die Sie in der Regel entfernen können. Dies macht dem PC auch nichts aus, sodass Sie bedenkenlos handeln können. Dies müssen Sie nicht alles per Hand bereinigen.

Es gibt nämlich dafür auch eine Software, die das kontrollieren und aufräumen für Sie unternimmt. Freeware steht den kostenpflichtigen Programmen hier jedoch in nichts nach, weswegen Sie dies auch ohne Bezahlung regeln lassen können.

Warum lohnt sich das Defragmentieren?

Wenn Sie die Festplatte aufräumen, wird auch von der Defragmentierung gesprochen. Dies ist sehr wichtig, da sonst der Zugriff auf diverse Programme langsamer verlaufen könnte, was Sie einfach verhindern können.

Der Vorteil der Defragmentierung der Festplatte ist vor allem, dass bei gelöschten Programmen die Lücken, die dadurch entstehen, durch neue schnell wieder gefüllt werden können. Dies ist auch kein Problem, wenn Sie eine größere Datei als die Vorige installieren, denn das System erkennt es automatisch und ohne Probleme.

Welche Größe sollte eine Festplatte haben?

Die Größe einer Festplatte ist für die meisten PC-Nutzer die mit Abstand wichtigste Frage beim Kauf einer Festplatte. Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, da die nötige Kapazität vom Nutzungsverhalten und den persönlichen Ansprüchen abhängt. Im folgenden Artikel möchte ich Ihnen dabei etwas unter die Arme greifen.

Zuerst sollte man sich kurz Gedanken machen, was man mit der Festplatte machen will. Dabei möchte ich verschiedene Anwendungsbereiche unterscheiden:

Der Durchschnittsnutzer

Wer auf seiner Festplatte nur das Betreibsystem, ein paar Bilder, einige kleine Programme (Browser, Textbearbeitung, Kommunikationssoftware) und ein paar persönliche Dokumente Speichern will, der ist mit einer Festplatte mit 250 bis 500 GB bestens bedient. Dieses Nutzungsprofil dürfte auf viele private Nutzer, die etwas im Internet surfen wollen, etc., und Office-PCs zutreffen.

Gamer

Für Gamer sollte es dann schon etwas mehr sein. Aktuelle Spiele können teilweise mehr als 100GB Speicher verschlingen. Auch wenn nicht jedes Spiel so viel Speicher braucht, gilt 1TB als Untergrenze, was ein Gamer mindestens in seinem PC haben sollte. Zusätzlich benutzen viele Gamer ihren Pc auch noch für andere Anwendungen, die ebenfalls ihren Speicher brauchen.

Die Backup-Festplatte

Eine Back-Up-/Sicherungsfestplatte sollte auch immer mindestens 1TB groß sein. Alles andere ergibt keinen Sinn. Solche Festplatten werden genutzt, um alle möglichen Dateien, die man irgendwie noch aufheben will, zu sichern, weil man z.B einen neunen PC hat, den man nicht zugleich als mit vielen “Altlasten” zumüllen möchte oder einfach eine Sicherungskopie haben will, falls mal eine Festplatte kaputt oder verloren geht.

Das “Datengrab”

Ziemlich ähnlich dazu ist die Anwendung als “Datengrab”. Damit sind diejenigen gemeint, die ihre Festplatte für alte Filmsammlungen und Serien oder andere große Dateien brauchen. Aktuelle HD-Filme können durchaus auch mal 20 bis 30 GB Speicher benötigen. Hier setzten die meisten auf mehrere Terrabyte große Datengräber oder mehrere kleine Festplatten mit 1 TB. Grundsätzlich kann man sagen, dass man bei der Speichermenge nicht allzu geizig sein sollte.

Es nervt immer, wenn man ständig am Speicherlimit ist und was löschen muss und verlangsamt den PC. Als Faustregel gilt, dass man immer etwa das Doppelte an Kapazität für ein neues Gerät zur Verfügung haben sollte, als wie man aktuell verbraucht. Speicher ist mittlerweile auch nicht mehr allzu teuer. Festplatten mit 1 TB gibt es bereits ab 35€. Um Festplatten miteinander zu vergleichen, ist es ratsam den Preis pro Gigabyte auszurechnen.

Festplatte sicher entsorgen

Sie möchten eine Festplatte zerstören sowie entsorgen und wissen nicht, worauf Sie generell dabei achten sollen und sind zu Recht in Sorge um Ihre persönlichen Daten auf dem Datenträger?

Im Folgenden soll Ihnen über die sichere Zerstörung und Entsorgung Auskunft gegeben werden, sodass Ihre Daten vollständig vernichtet und nicht fälschlich missbraucht werden können.

Das Löschen Ihrer privaten Daten – so funktionierts

Um private Daten auf einer Festplätte vor dem Entsorgen unwiderruflich löschen zu können ist es notwendig, die Festplatte mehrmals hintereinander neu zu beschreiben und damit unleserlich zu machen, um eine Widerherstellung Ihrer Daten zu verhindern.

Hierfür empfiehlt sich eine Software, welche diese Aufgabe für Sie übernimmt, da eine manuelle Durchführung zwar möglich, aber viel Zeit in Anspruch nimmt und das Risiko besteht, dass vereinzelte Dateien nicht überschrieben werden und folglich nicht vollständig vernichtet werden konnten. Haben Sie eine mehrmalige Überschreibung der Festplatte durchgeführt, sollte der Datenträger im Anschluss formatiert werden, um eine ganzheitliche Löschung der Daten gewährleisten zu können.

Wenn das Überschreiben nicht mehr möglich ist – Die physische Vernichtung

Ist eine Festplatte nicht mehr intakt um sie überschreiben zu können, da einzelne Teile bereits beschädigt sind, gilt es die Festplatte auf physischem Wege zu vernichten, um Ihre Daten auf diese Weise gänzlich zu zerstören. Um die Festplatte physisch zu vernichten, sollte diese hierfür zunächst aus Ihrem Gehäuse herausgeholt werden, wofür es je nach Typ und Modell des Datenträgers erforderlich sein kann, vereinzelte Schrauben zu lösen.

Haben Sie das Gehäuse geöffnet, entfernen Sie im nächsten Schritt vorsichtig die Magnete, um an die Scheibe darunter zu gelangen. Entnehmen Sie die Platte anschließend und entsorgen Sie diese letztlich mit den weiteren, einzelnen Bestandteilen der Festplatte über den Elektroschrott oder geben Sie diese alternativ auf einem Recyclinghof in Ihrer Nähe ab.

Festplatte defragmentieren

Je mehr Daten auf einer Festplatte landen, desto mehr Müll sammelt sich an. Auch die Geschwindigkeit wird nach einer gewissen Zeit langsamer. Abhilfe schafft hier eine gründliche Defragmentierung. Gewisse Tools und Programme erleichtern diesen Vorgang.

Warum werden Festplatten immer langsamer?

Die Leistung einer Festplatte verlangsamt sich mit der Zeit. Daten werden zu Anfang hintereinander abgespeichert. Doch je mehr Daten aufgeschrieben sowie gelöscht werden, desto unordentlicher werden diese auf der Platte landen. So sind Teile der Daten auf der ganzen Festplatte verteilt und müssen erst mühsam zusammen gesucht werden. Der sogenannte “Schreiblesekopf” ist dafür zuständig, alle Daten zu erfassen und zu sammeln. Sobald diese beisammen sind, landen sie in dem Arbeitsspeicher.

Festplatte unter Windows richtig defragmentieren

Wenn Sie Windows 10 Nutzer sind, geben Sie einfach “defrag” in der Suchleiste ein. Nach einem Klick auf “Laufwerke defragmentieren und optimieren” suchen Sie sich das jeweilige Laufwerk aus. Nun wählen Sie die Schaltfläche “Optimieren”. Nun sollte das Programm mit der Defragmentierung der Festplatte beginnen. Während das Programm im Hintergrund werkelt, können Sie weiter wie gewohnt arbeiten. Auch ist es jederzeit möglich, die Defragmentierung abzubrechen oder zu stoppen.

Fragmentieren: Pro und Contra

Pro:

Durch die Defragmentierung läuft der PC natürlich schneller. Dank der Optimierung ist auch mehr Speicherplatz verfügbar. Daten werden außerdem schneller auf die Festplatte geschrieben.

Contra:

Mehrere Defragmentierungen lässt die Festplatte deutlich altern. Nach mehrmaligem defragmentieren wird die Festplatte immer wärmer. Deshalb ist es am sinnvollsten, eher ältere Festplatten dieser Kur zu unterziehen.

Sollte man eine SSD-Festplatte auch defragmentieren?

Eine SSD funktioniert ganz anders als eine normale Festplatte. Daher bringt es keine Vorteile, diese zu defragmentieren. Die SSD kann sogar Schaden nehmen, sollte diese defragmentiert werden. Die Daten, die auf der SSD gespeichert werden, verteilen sich die dank des Controllers gleichmäßig auf der gesamten Platte. So haben SSD-Festplatten eine höhere Lebensdauer.

Foto: rockpix / stock.adobe.com

Stefan Ritter

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