Wintergarten – Vor- und Nachteile im Überblick

Wintergarten
Wintergarten – welche Vor- und Nachteile haben Kalt- und Warmwintergärten | Foto: © js-photo bei adobe stock

Ein Wintergartenanbau wertet Immobilien auf. Bleibt die Frage, welche weiteren Vorteile ein solcher mit sich bringt – und ob es bei den beliebten Anbauten auch bei der Planung zu berücksichtigende Nachteile gibt.

Welche Arten gibt es?

Fachleute unterscheiden zwei Arten von Wintergärten: den Kaltwintergarten, der eher einen besonderen Wetterschutz für die Terrasse darstellt und den Warmwintergarten. Letzterer ist die Art Wintergarten, die sich die meisten Menschen unter diesem Begriff vorstellen.

Der Kaltwintergarten – günstige und praktische Alternative zum teuren „Original“

Der Kaltwintergarten besteht aus einer Terrassenüberdachung und großflächigen Fensterverglasungen an den Seiten und an der Front der Terrasse. Zumeist an der Front ist neben der breiten Glasfront eine Tür eingebaut. Damit stellt der Kaltwintergarten einen umbauten und geschlossenen Raum dar.

Spart der Hauseigentümer, indem er für die Fensterfronten eine günstige Einfachverglasung wählt, reduziert er die Baukosten erheblich. Jedoch führt dies dazu, dass der Raum im Winter auskühlt. Bei Sonneneinstrahlung heizt sich die Luft im Raum wieder auf, bei Nacht gehen die Temperaturen aber deutlich herunter.

Aufgrund der direkten Nähe zum Haus und des Schutzes vor Wind und anderen Wettereinflüssen sinken in einem Kaltwintergarten die Temperaturen jedoch selten unter null Grad Celsius.

Der Warmwintergarten – das teurere Original mit allen Vorteilen

Ein Warmwintergarten ist ein an das Haus angebauter Wintergarten, der komplett beheizt und in der Regel sehr viel besser isoliert ist als ein Kaltwintergarten. Diese Variante ist deutlich teurer in der Anschaffung und im Bau, bringt aber auch erheblich mehr Vorteile mit sich.

Welche Vorteile bietet ein Wintergarten?

Die Vor- und Nachteile unterscheiden sich zwischen den beiden Wintergartenarten deutlich.

Diese Vorteile bietet ein Kaltwintergarten

Im Sommer heizt sich ein Kaltwintergarten weniger schnell auf wie ein Warmwintergarten. Er bietet dennoch umfassenden Schutz vor Wettereinflüssen wie Wind und Regen. Durch den Kaltwintergarten ist es Ihnen möglich, die Terrasse vom Frühling bis in den Herbst zu nutzen.

Auch das Beheizen des Raums in kühleren Frühlings- oder Herbstnächten ist mit einer einfachen Terrassenheizung deutlich effektiver als bei einer klassischen Terrasse.

Ein Kaltwintergarten eignet sich zum Überwintern von Pflanzen wie den Setzlingen der Palmlilien. Auch Dinge wie Gartenliegen oder ein Gasgrill stehen in kalten und nassen Jahreszeiten im Kaltwintergarten trocken.

Da dieser gewöhnlich komplett vom Haus abgeschlossen ist und nicht den Wohnraum erweitert, ist er in der Lage, die Heizkosten zu reduzieren. Da im Kaltwintergarten die Luft im Winter wärmer ist als außerhalb, ist der drohende Wärmeverlust über die Wand des Hauses, an welcher der Kaltwintergarten angebaut ist, deutlich geringer.

Diese Vorteile bietet ein Warmwintergarten

Ein Warmwintergarten erweitert dagegen die Wohnfläche. Einerseits bedeutet dies, dass die Fläche des Wintergartens als Wohnraum zu werten ist. Das ist insbesondere für Eigentümer wichtig, die ihr Haus oder ihre Wohnung mit Wintergarten vermieten oder beabsichtigen, ihre Immobilie irgendwann einmal zu verkaufen.

Andererseits ist das auch schon der größte Vorteil, der über die positiven Aspekte des Kaltwintergartens hinausgeht. Natürlich ist es möglich, auch den Warmwintergarten zum Unterstellen von Gartenmöbeln oder zum Überwintern von Pflanzen nutzen. Vorteilhafter ist es jedoch, ihn als Esszimmer oder durch das  Aufstellen eines Laufbandes zum Sporttreiben zu nutzen. Denn der Ausblick in den heimischen Garten motiviert dadurch, dass Sie sich fühlen, als trainierten Sie mit dem Gerät an der frischen Luft.

Ein Wintergarten nutzt auch im Winter die Sonnenenergie zum Heizen. Vor allem, wenn Sie sich bei der Auswahl der Verglasung für Heizglas entscheiden, gelingt es, dass ein offener Wintergarten auch den Rest des Hauses zumindest etwas mitheizt. Das reduziert Ihre Heizkosten.

Außerdem bringt ein Warmwintergarten auch im Winter einen hohen Wohlfühlfaktor mit sich. Gerade in den Wintermonaten leiden viele Menschen in Deutschland unter einem Vitamin-D-Mangel, verursacht durch die zu geringe Sonneneinstrahlung im Winter. Die wenigen Stunden, die sie im Winter draußen verbringen, reichen dem Körper nicht, um unterstützt durch die UV-B Strahlung ,das Vitamin D3  ‘zu bilden. Der Grund liegt zusätzlich darin, dass die bei der Kälte getragene Winterkleidung weitgehend verhindert, dass die Sonnenstrahlen die Haut berühren.

In einem Wintergarten gelingt es auch bei wenigen Sonnenstunden im Winter die Dorno-Strahlung (UV-B-Strahlung) zur Vitamin-D-Produktion ihres Körpers nutzen – ein Plus für Ihre Gesundheit.

Welche Nachteile hat ein Wintergarten?

Auch wenn die Vorteile eines Wintergartens deutlich überwiegen: Es empfiehlt sich, den Nachteilen vor dem Beginn eines solchen Bauvorhabens Beachtung zu schenken.

Je nach Art des geplanten Wintergartens entstehen Ihnen Baukosten in unterschiedlicher Höhe. Diese fallen für einen Kaltwintergarten deutlich niedriger aus als für einen Warmwintergarten. Doch selbst die einfache Variante schlägt mit rund 5.000 Euro im Bau zu Buche.

Achten Sie beim Bau auf die richtige Belüftung, vermeiden Sie, dass sich Schimmel bildet. Vor allem im Warmwintergarten steigen die Temperaturen nicht zu hoch an. Abhilfe schafft eine Beschattung, etwa des Glasdaches. Effektiver ist der Einsatz einer Klimaanlage im Wintergarten. Jedoch verursacht diese Anschaffungs- und Stromkosten. Zusätzlich verlangen professionelle Reinigungskräfte Geld für das regelmäßige Säubern des Daches.

Was kostet ein Wintergarten?

Die Kosten für einen Kaltwintergarten liegen durchschnittlich bei 5.000 Euro. Für den Bau eines Warmwintergartens rechnen Sie mit Aufwendungen von 1.500 – 2.500 Euro pro Quadratmeter.

Schon gewusst?

20 % der Kosten für Handwerkerleistungen, jedoch maximal 6.000 €, sind beim Bau eines Wintergartens steuerlich absetzbar – sofern dieser nicht in zeitlicher Verbindung mit dem des Hauses steht. Die höchste Steuerersparnis beträgt 1.200 € im Jahr.

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Das hängt letztlich von den Regularien in Ihrem Bundesland und Ihrer Gemeinde ab. Da das Baurecht immer Landesrecht ist, gibt es hierzu keine bundesweit einheitlichen Regelungen. Der Bundesverband Wintergarten empfiehlt daher, sich vor jedem Bauvorhaben in Bezug auf einen Wintergarten einmal beim örtlichen Bauamt beraten zu lassen.

Fazit

Ein Wintergarten bringt eine Menge Vorteile mit sich, jedoch ist es hilfreich, die Nachteile zu kennen. Letztlich ist ein Wintergarten immer mit erheblichen Baukosten verbunden, welche von Ihnen erbrachte Eigenleistungen mindern. Eine fachmännische Ausführung der notwendigen Arbeiten ist dennoch wichtig, damit die laufenden Unterhaltungskosten – vor allem im Bereich Heizung –nicht zu hoch ausfallen.

 

Verfasst von Redaktion

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