Laden einrichten: 9 Tipps

Eine durchdachte Ladeneinrichtung regt Kunden zum Kaufen an. Foto: ©Chatchaa / stock adobe

Einen eigenen Laden einrichten – dieser Traum soll nun Wirklichkeit werden. Doch zunächst müssen Sie sich mit Gesetzen und Verordnungen in Ihrem Bundesland beschäftigen. Dann steht noch die Frage im Raum, wie Sie an Kunden kommen. Was ist Ihre Zielgruppe und wo finden Sie einen geeigneten Standort? Wie groß ist die Konkurrenz? Besonders die Zielgruppe nimmt Einfluss darauf, wie Sie Ihren Laden einrichten, denn letztlich entscheidet diese über den Erfolg oder den Misserfolg Ihrer Unternehmensgründung. Zur Hilfestellung finden Sie in diesem Ratgeber neun Tipps, die Ihnen zeigen, worauf es bei der Ladeneinrichtung ankommt.

Zielgruppe und Ladenkonzept klar definieren

Bevor Sie damit beginnen, Ihrem Laden Leben einzuhauchen, brauchen Sie den passenden Standort. Diesen können Sie erst bestimmen, wenn Sie wissen, an wen sich Ihr Angebot richten soll. Sind es junge Leute, die Sie ansprechen möchten? Sind es Familien oder vorwiegend Senioren?

Den passenden Standort finden Sie in dem Stadtteil, in dem möglichst viele Menschen Ihrer Zielgruppe leben. Denn es ergibt wenig Sinn, einen Laden für junge Leute in einem ruhigen Stadtteil zu eröffnen, in dem überwiegend ältere Menschen leben. Ebenso werden Sie wenige Senioren in lauten, von jungen Menschen bevölkerten Stadtteilen finden.

Haben Sie den richtigen Standort und Räumlichkeiten mit dem passenden Grundriss gefunden, können Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie Ihren Laden einrichten. Dieses Konzept umfasst das äußere Erscheinungsbild ebenso wie den Service und das Einkaufserlebnis. Achten Sie auf ein einheitliches Bild, das Ihre Marke klar kommuniziert. Im Internet finden Sie zahlreiche Informationen und Inspirationen zum Thema Ladenbau und Ladenbau-Design.

Passenden Grundriss und optimale Laufwege planen

Der passende Grundriss und die Laufwege entscheiden im Wesentlichen darüber, ob sich Ihre Zielgruppe in Ihrem Laden wohlfühlt. Machen Sie das Einkaufen für Ihre Kunden nicht zu einer notwendigen Pflicht, sondern zu einem Erlebnis.

Wie Sie den Raum erschließen, wirkt sich auf die Laufwege der Kundschaft aus. Teilen Sie Ihren Laden in Zonen auf und planen Sie die Laufwege nicht zu eng, damit Kunden und Verkäufer sich nicht im Weg stehen. Mit breiten Wegen ermöglichen Sie es, dass Menschen mit Rollstuhl oder anderen Hilfsmitteln in Ihrem Laden bequem einkaufen können.

Die Mindestbreite der Laufwege ist in der Verkaufsstättenverordnung geregelt. Eine sinnvolle Wegführung erreichen Sie, wenn Sie sich auf die Gewohnheiten der Kunden einstellen.

Laden verkaufsfördernd einrichten

Planen Sie die Einrichtung des Ladens, sollten Sie beachten, dass die meisten Menschen entgegen dem Uhrzeigersinn durch den Laden laufen. Dabei sehen sie häufiger nach links als nach rechts. Zudem nehmen Sie am Rand platzierte Regale eher wahr als mittig platzierte. Bedenken Sie, dass Kunden dunkle Zonen sowie Treppen- und Aufzugsbereiche meiden.

Verkaufsfördernde Zonen sind dagegen die Kopfseiten von Gondelregalen, die Begrenzungen der Gänge, Regale an den rechten Wandseiten und Kassenbereiche mit viel Platz und ansprechendem Design. Ebenso verkaufsfördernd kann ein Eingangsbereich sein, wenn dort niedrige Regale mit Lockangeboten stehen. Negativ auf den Verkauf wirken sich dort hohe Regale aus. Sie hindern den Kunden daran, sich einen ersten Überblick zu verschaffen.

Schaufenster als Blickfang nutzen

Über das Schaufenster erlauben Sie es dem Kunden, sich ein erstes Bild von Ihrem Geschäft zu machen – und dieses soll positiv ausfallen. Nach wenigen Augenblicken entscheidet er, ob er das Geschäft mag oder nicht.

Lassen Sie Ihr Schaufenster eine kleine Story erzählen. Geben Sie dem Kunden einen Vorgeschmack auf das, was ihn in Ihrem Laden erwartet. Im Mittelpunkt stehen ein oder einige wenige Produkte, mit denen Sie potenzielle Käufer in den Laden locken möchten. Für kleine Produkte hat es sich bewährt, das Schaufenster in Ebenen einzuteilen. Jedoch sollten es nie mehr als zwei sein. Dadurch erhält das Schaufenster mehr Tiefe.

Damit Ihr Vorhaben gelingt, schaffen Sie mit einer passenden Beleuchtung die gewünschte Atmosphäre. Verwenden Sie ausschließlich Leuchtmittel, die warmes Licht abgeben. Zudem empfiehlt es sich, verstellbare Spots und Reflektoren einzusetzen. Diese werden auch aus der Ferne wahrgenommen.

Wechseln Sie nicht zu häufig, aber dennoch regelmäßig die Dekoration. Ein Richtwert ist alle vier Wochen. Auf diese Weise erlangen Sie immer wieder die Aufmerksamkeit Ihrer Kunden.

Beleuchtung für Atmosphäre

Mit einer gezielt eingesetzten Beleuchtung schaffen Sie auch im Laden eine verkaufsfördernde Atmosphäre. Zunächst brauchen Sie eine Basisbeleuchtung, die eine freundliche, einladende Stimmung erzeugt. Akzentbeleuchtungen heben dagegen Produkte hervor. Kühles Licht eignet sich für moderne, frische Designs. Dagegen sollten Sie für eine gemütliche Atmosphäre warmweißes Licht verwenden.

Farbkonzept und Materialien

Beim Einrichten Ihres Ladens ist die Wahl der Farben und der Materialien bedeutend, denn beides sollte zur Käuferschicht und den Unternehmensfarben passen. Lesen Sie dazu Fachliteratur zur Farbpsychologie oder beauftragen Sie Fachleute mit der Auswahl der Farben.

Besteht Ihre Zielgruppe aus einer gemischten Kundschaft, empfehlen sich neutrale, freundliche Farben. Der Grundton sollte weder zu grell noch zu kühl ausfallen. Kreative Farben passen zu individuellen Läden. Hier geht der Trend hin zu dunklen Böden und Regalsystemen, weil Waren dadurch sichtbarer werden. Zudem verleitet dieses Farbkonzept zu Impulskäufen.

Zu Tattoo-Shops passen die Farben Schwarz, Blutrot und Dunkellila. Zu Spielwarenläden passen Gelb und Himmelblau. Juweliere streichen ihre Läden oft in einem neutralen Weiß, um nicht vom ausgestellten Schmuck abzulenken. Für südländische Restaurants empfehlen sich alle Farben des Südens. Beliebt sind terrakottafarbene Wände.

Warenpräsentation übersichtlich und verkaufsfördernd

Eine übersichtliche und verkaufsfördernde Warenpräsentation umfasst visuelle und funktionale Kriterien. Bei der Zurschaustellung heben Sie die attraktive, verkaufsfördernde Seite Ihres Produkts hervor und platzieren ein dazugehöriges Produkt in der Nähe. Dies verleitet die Kunden dazu, das Nebenprodukt ebenfalls zu kaufen.

Alle Waren sollten sichtbar und für den Kunden erreichbar in Regalen, auf Tischen und in Vitrinen präsentiert werden. Was den Kunden bei jedem Produkt interessiert, ist der Preis. Deshalb sollte auch dieser sichtbar sein.

Möbel und Ladenbau flexibel und funktional wählen

Für Ladengeschäfte empfehlen sich modular aufgebaute Möbel und Einrichtungselemente. Dadurch bleiben Sie flexibel und können Ihren Laden schnell für den neuen Bedarf umgestalten. Achten Sie darauf, den verfügbaren Platz optimal zu nutzen und dabei dem Bedürfnis der Kunden nach Komfort entgegenzukommen. Deren Einkaufserlebnis verbessern Sie mit bequemen Sitzgelegenheiten im Wartebereich.

Kassenbereich kundenfreundlich und effizient einrichten

Der Kassenbereich ist der letzte Ort in Ihrem Laden, den der Kunde besucht und wo er etwas kaufen kann. Präsentieren Sie für Spontankäufe verkaufsfördernd kleine Artikel in Sichthöhe. Damit sich der Kunde an der Kasse wohlfühlt, achten Sie auf ein ansprechendes Design und auf ausreichend Platz für Warteschlangen.

Mit Details und Erlebnisfaktoren Emotionen schaffen

Viele Menschen kaufen mittlerweile online. Um diese Kunden zurückzugewinnen, ist es wichtig, ihnen das zu geben, was ihnen das Internet nicht bieten kann. Ihren Laden mit Regalen und Waren zu bestücken, reicht nicht aus, um Kunden zu gewinnen.

Schaffen Sie die Voraussetzungen für ein echtes Einkaufserlebnis, kommen bisherige Onlinekäufer gerne wieder in Ihren Laden. Ermöglichen Sie es den Kunden, Ihre Waren zu erleben? Bieten Sie Ihnen die Gelegenheit, die Waren anzufassen und auszuprobieren? Verkaufsfördernd wirken zudem Demonstrationen in Ihrem Laden. Weniger personalintensiv ist jedoch das Abspielen von Erklärfilmen.

Zudem können Sie Kunden mit Düften ein angenehmes Einkaufserlebnis schaffen. Eine gute Belüftung entfernt unangenehme Gerüche aus Ihrem Laden. Zudem können Sie mit Duftstoffen nachhelfen. Bedenken Sie jedoch, dass eine zu intensive Beduftung aufdringlich wirkt und Kunden abschreckt.

Ein weiteres Mittel, um Kunden ein angenehmes Einkaufserlebnis zu bescheren, ist die Beschallung – vorausgesetzt, Sie kennen den Musikgeschmack Ihrer Zielgruppe. Beachten Sie dabei, dass die GEMA Gebühren für die Beschallung erhebt.

Verkaufen Sie Lebensmittel, erhöhen Sie Ihren Umsatz, indem Sie die Kunden Ihre Produkte probieren lassen. Dies empfiehlt sich besonders für neue Waren in Ihrem Sortiment.

Verfasst von Redaktion

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