Wespen im Sommer – Hinweise zum richtigen Verhalten

Mit ein paar einfachen Vorkehrungen kann man sich vor Wespen schützen. Foto: © Mr. Png / stock adobe

Sobald es draußen warm wird, tauchen sie wieder auf: Wespen. Besonders zwischen Juli und September begegnen sie dir oft im Garten, beim Picknick oder auf dem Balkon.

Das liegt daran, dass ihre Nester zu dieser Zeit voll entwickelt sind. Die Arbeiterinnen suchen Nahrung – vor allem Zucker und Eiweiß, um ihre Brut zu versorgen. Je später der Sommer, desto aufdringlicher wirken Wespen, weil die Brutpflege abnimmt und die Tiere sich selbst versorgen müssen.

Durch den Klimawandel verlängert sich die aktive Phase vieler Insektenarten. Milde Winter führen dazu, dass manche Wespenvölker sogar länger überleben oder früher im Jahr aktiv werden. Das kann bedeuten, dass du ihnen schon im Frühjahr oder noch im späten Herbst begegnest.

Keine Panik – Wespen sind nützlich und meist friedlich

Auch wenn du beim Frühstück im Freien nicht gerade begeistert bist: Wespen sind keine Angreifer. Sie stechen nur, sobald sie sich bedroht fühlen. Außerdem erfüllen sie in der Natur eine wichtige Aufgabe. Sie fressen Schädlinge wie Mücken, Fliegen und Raupen. Viele Wespenarten interessieren sich gar nicht für deinen Kuchen – die bekanntesten Plagegeister sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.

Was viele nicht wissen: Wespen sind auch wichtige Bestäuber. Gerade im Spätsommer, sobald andere Insekten seltener werden, übernehmen sie eine Rolle beim Bestäuben von Obst und Gemüse.

Typische Auslöser für Wespenangriffe

Ein Wespenstich passiert oft nicht einfach so. Viele Angriffe durch Wespen entstehen durch unbewusste Bewegungen. Wenn du hektisch nach einer Wespe schlägst, sich eine Wespe zwischen Haut und Kleidung verirrt oder beim Trinken unbemerkt in den Mund gerät, fühlt sich das Tier bedroht. Auch starke Düfte, Schweiß oder Parfüm können sie irritieren. Deshalb ist ruhiges Verhalten oft der beste Schutz.

Ein weiterer Auslöser kann ein in der Nähe liegendes Nest sein. Wenn sich Menschen unbewusst zu einem Wespennest zu nahe kommen, verteidigen die Tiere es aggressiv. Neststandorte sollte man früh erkennen und sich von ihnen fernzuhalten. An stark frequentierten Orten wie Kindergärten solltest du Nester nicht selbst entfernen – dafür ist der Kammerjäger zuständig.

Verhaltenstipps am Esstisch und im Freien

Wenn du draußen isst, solltest du Speisen und Getränke möglichst abdecken. Gläser mit süßen Getränken sind für Wespen besonders attraktiv. Trinkst du aus einer Flasche oder Dose ist Vorsicht geboten – besser mit einem Strohhalm oder aus einem durchsichtigen Becher trinken. Bleib ruhig, auch wenn sich eine Wespe nähert. Wildes Wedeln kann sie provozieren.

Übrigens: Ein Fliegengitter an der Terrassentür verhindert, dass die Tiere unbemerkt in die Wohnung gelangen. So bleibt der Innenraum wespensicher, auch wenn du die Tür offenlässt. Insektenschutzgitter auch für die Fenster können Wespen und andere Plagegeister fernhalten.

Auch regelmäßiges Aufräumen und gründliches Reinigen von Tisch und Grillplatz helfen, die Tiere nicht anzulocken. Leere Saftgläser oder klebrige Marmeladenteller wirken wie Magneten auf Wespen.

Diese Gerüche und Speisen ziehen Wespen besonders an

Reifes Obst, Kuchen, Limonade, Fleisch und Wurstprodukte – das alles lockt Wespen an. Auch Parfüm, Sonnencreme mit Duftstoffen und süßlicher Schweiß können sie anziehen. Während du draußen isst, solltest du etwas Abstand zwischen Speisen und Sitzplatz lassen. Eine Schale mit überreifem Obst am Rand des Gartens kann die Wespen ab- und umlenken.

Auch Essensreste im Müll oder auf dem Komposthaufen ziehen Wespen an. Halte Mülltonnen gut verschlossen und bring Bioabfall möglichst schnell nach draußen. Falls du draußen grillst oder Reste lagern musst, sorge für geschlossene Behälter.

Wespenabwehr: Was wirklich helfen kann

Viele Hausmittel kursieren im Internet, aber nicht alle bringen etwas. Duftstoffe wie Nelken, Basilikum oder Kaffeepulver, das du in einer feuerfesten Schale leicht anbrennen lässt, können helfen, Wespen auf Abstand zu halten. Auch ätherische Öle wie Citronella oder Teebaumöl wirken manchmal abschreckend. Wichtig: Diese Mittel wirken nur in unmittelbarer Nähe.

Elektrische Wespenfallen oder chemische Sprays solltest – falls überhaupt – du nur mit Bedacht einsetzen. Viele dieser Abwehrmittel sind nicht erlaubt oder schädlich für andere Insekten. Auch UV-Lichtfallen sind oft ungeeignet, weil sie auch nützliche Insekten töten. Setze lieber auf mechanische Barrieren und Verhaltensanpassung statt auf Gift.

Finger weg: Wespen nicht wegpusten oder schlagen

Sobald dir eine Wespe zu nahe kommt, puste sie nicht an. Die ausgeatmete Luft enthält Kohlendioxid – das signalisiert den Tieren Gefahr. Auch Schlagen oder Fuchteln solltest du vermeiden. Andere Wespen können durch Alarmstoffe angelockt werden, die bei Stress oder Tod eines Tieres freigesetzt werden.

Bleib ruhig, steh langsam auf oder geh ein paar Schritte zur Seite. In den meisten Fällen verliert die Wespe schnell das Interesse, sofern du ihr keine Beachtung schenkst.

Vorsicht bei Kindern & Allergikern – So schützt man sich

Kinder reagieren oft panisch auf Wespen, weil sie das Verhalten noch nicht kennen. Sag‘ deinen Kindern, dass Ruhe hilft und dass man beim Trinken immer nachsehen sollte, ob sich etwas im Becher befindet.

Für Allergiker können Wespenstiche lebensgefährlich sein. Allergiker sollten immer ein Notfallset dabeihaben. Im Zweifel ist ein Arztbesuch nach einem Stich sinnvoll – besonders bei Schwellungen im Gesicht, Atemnot oder Kreislaufproblemen.

Auch bei Stichen im Mund- oder Rachenraum musst du sofort den Notruf wählen. Bis Hilfe eintrifft, kann das Lutschen von Eiswürfeln oder das Kühlen des Halses helfen, die Schwellung zu begrenzen.

Ein Wespenstich ist meist schmerzhaft, aber ungefährlich – solange keine Allergie

vorliegt. So gehst du richtig damit um:

  • Stichstelle kühlen: Lege ein kaltes Tuch oder eine Kühlkompresse auf, um Schwellung und Juckreiz zu lindern.
  • Nicht kratzen: Sonst kann sich die Haut entzünden.
  • Zwiebel oder kühlendes Gel: Hausmittel wie eine aufgeschnittene Zwiebel oder spezielle Gels aus der Apotheke helfen gegen den Schmerz.
  • Stachel? Im Gegensatz zur Biene bleibt bei Wespen kein Stachel in der Haut – du musst also nichts entfernen.
  • Beobachten: Bei Schwindel, Atemnot oder starken Schwellungen zum Arzt oder Notdienst – besonders bei Stichen im Mund oder Hals.

Fazit

Wespen gehören zum Sommer dazu. Falls du ruhig bleibst und Speisen schützt, kannst du die warme Jahreszeit ungestört genießen. Mit einfachen Vorkehrungen schützt du dich und andere – ganz ohne Stress oder Panik.

 

Verfasst von Redaktion

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