Kampfsport Ratgeber

Kampfsport Ratgeber: Pratzentraining, Chi Sao und Co.

Pratzentraining – Tipps und Tricks für ein effektives Training

Vor allem in Kampfsportarten, wie Kickboxen ist das Pratzentraining sehr wichtig und wird sehr oft praktiziert. In anderen Kampfkünsten, wie beispielsweise dem Wing Chun, führt das Pratzentraining ein Schattendasein, aber das vollkommen zu unrecht.

Was ist Pratzentraining überhaupt?

Bei Pratzen handelt es sich um spezielle Schlagpolster, welche über die Hände gestülpt werden. Sie können sie ähnlich wie Boxhandschuhe anziehen und sind grundsätzlich so etwas wie ein Handschuh mit zusätzlicher Polsterung auf der Handfläche. Durch die Polsterung wird es ermöglicht, dem Übenden auch mit mehr Kraft zuschlagen zu lassen, ohne dass der Übungspartner dabei verletzt wird.

Das Pratzentraining

Diese Trainingsform ist immer eine Partnerübung. Pratzen werden also lediglich im Training zu Zweit eingesetzt. Wenn Sie alleine trainieren möchten oder müssen, müssen Sie auf andere Trainingsgeräte wie Boxsack, Schlagbirne sowie Punching Ball ausweichen. Diese funktionieren zwar ähnlich, Sie können aber nicht dieselben Fähigkeiten trainieren, wie mit dem Pratzentraining. Bei dieser Trainingsform können Sie unterschiedliche Fauststöße und auch Kombinationen trainieren.

Auch Handkantenschlägen können Sie mit dieser Trainingsform trainieren. Eher selten werden die Pratzen auch für Trittübungen verwenden, da es hier nicht möglich ist, mit voller Kraft zu üben, ohne eine Verletzung des Partners zu riskieren. Im Rahmen des Reaktionstrainings ist aber auch das möglich. Möchten Sie aber speziell Tritte trainieren, dann werden anstelle von Pratzen Schlagpolster eingesetzt, die auch sehr oft als Thaipads bezeichnet werden, da man hier stärker zutreten kann, ohne Verletzungen zu riskieren.

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit liegt auch darin, dass Sie mit den Pratzen geschlagen werden, dass also der Übungspartner angreift. Hiermit werden vor allem taktile und optische Reflexe trainiert.

Trainingstipps und Ideen für Ihr Training

Pratzen kann man grundsätzlich auf drei Arten verwenden: Sie halten sie statisch bzw. in abgesprochener Reihenfolge für zahlreiche Schläge bereit, um Schlagkraft, Präzision sowie Schnelligkeit zu trainieren. Sie machen daraus ein Reaktionstraining, indem Sie so schnell wie möglich unterschiedliche und in nicht vorher abgesprochener Weise die Pratzen hingehalten werden.

Dieser muss mit einem bestimmten Schlag oder auch Tritt reagieren. Abhängig davon wie man die Pratze hält. Das ist vor allem ein gutes Training in puncto Distanzgefühl und Timing. Allerdings kann man den Fokus auch auf die Ausbildung taktiler aber auch optischer Reflexe legen. Vor allem, wenn man weiche Pratzen verwendet, kann man den Übenden auch angreifen oder aber einen Angriff im Ansatz abblocken.

Rhythmus-Übungen

Sequenzen im richtigen Rhythmus ist optimal, um eine bessere Koordination und schnellere Reflexe aufzubauen. Dabei geht es nicht unbedingt darum, die einzelnen Techniken zu meistern, sondern die Entscheidungsfindung des Trainierenden zu beschleunigen. Auch das Krafttraining steht hier nicht im Vordergrund. Ziel dieses Pratzentrainings ist es, flüssig und beinahe automatisierte Bewegungen reflexartig durchführen, um den Rhythmus und schlussendlich auch das Timing des Boxers zu verbessern.

Präzisions-Übungen

Wenn der Halter der Pratzen die Pratzen in zufälliger Reihenfolge ausrichtet, ohne dass der zu Trainierende weiß, in welcher Position oder mit welchen Schlag er treffen soll, wird die Treffgenauigkeit deutlich verbessert. Das Wichtigste an dieser Trainingsform ist, dass der Trainierende nicht weiß, welcher Schlag als Nächstes folgen wird. Quellen:

Chi Sao

Das Chi Sao zählt zu den chinesischen Kampfkünsten und bildet das Zentrum des Wing Chun. Chi Sao wird im Deutschen als „Klebende Hände“ übersetzt und hat sich in Japan mit dem Begriff „Kakie“ einen Namen gemacht. Die Partnerübungen des Chi Sao werden nicht nur im Wing Chun, sondern auch in anderen Kung-Fu-Stilen und in die japanische Kampfkunst eingegliedert.

Die Bedeutung des Trainings

Die Übungen dienen nicht der Ausführung eines Kampfes, sondern dem Verinnerlichen der Wing Chun Prinzipien, der Ausprägung und Förderung der Reflexe, dem Training von Elastizität der Gelenke, der Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit sowie der Bildung eines tieferen Verständnis für den Kreislauf von Yin und Yang, dem Zusammenspiel von Gegensätzen. Zwei Menschen sollen zu einer Einheit werden und den Partner als ebenbürtig anerkennen.

Das Training

Bei einer Trainingseinheit folgt man abwechselnd den Arm- und Handbewegungen des Partners und steht dabei in direktem Kontakt zu einander. Als Anfänger führt man das Training mit einer Hand aus. Nachdem sich das Können gesteigert hat, werden beide Hände verwendet. Für das Chi Sao wird eine besondere Körperspannung vom passiven Partner eingenommen. Die Spannung darf weder zu viel noch zu wenig Druck auf den aktiven Partner ausüben.

Das Trainingsergebnis

Nach einigen Trainingseinheiten und mehreren Wiederholungen der Übungen stellt sich ein zunehmend sicheres Gefühl ein, was die Statik, die Dynamik und die Körperspannung des Partners betrifft. Der Fokus der Übungen liegt darin, seine Intuition zu steigern und ein körperliches Gefühl für die Angriffe des Partners zu entwickeln und Strategien für seine Reaktion auf diese zu finden.

Der passive Partner lernt die Schwachstelle des aktiven Partners zu ermitteln und ihn schnell mit dieser zu destabilisieren. Man soll lernen, die Druckrichtungen des Gegners zu erspüren und auf diese im richtigen Moment zu reagieren. Dieses taktile Reagieren fokussiert sich auf die kinästhetischen Reflexe, also dem Gefühl in der Haut.

Die Vorteile des Trainings

Taktile Reflexe sind schneller als optische Reflexe, was hält man direkt reagieren kann und die Intention des Partners in Bruchteilen von Sekunden erfassen kann. Man weiß was auf einen zukommt, noch bevor der Partner seine Bewegung ausgeführt hat. Das Chi Sao stärkt die Fähigkeiten auf die man insbesondere im Nahkampf angewiesen ist.

Das traditionelle Chi Sao

Die meisten Wing Chun Verbände lassen Einsteiger im dritten Schülerprogramm beginnen. Als Einsteiger beginnt man mit dem einarmigen Chi Sao, dem Dan Chi. Dadurch lernt man schrittweise wie man die Bewegungen einer einzelnen Hand koordinieren muss, bevor man lernt beide Hände zu verwenden. Das zweiarmige Chi Sao wird als Poon So bezeichnet und wird meist mit dem fünften Schülergrad trainiert.

Zu Beginn reagiert man nicht auf die Angriffe des Partners. Mit der Zeit lernt man dann diese abzuwehren und die Aktionen des Partners zu kontern. Folgend geht man die Sektionen, in anderen Worten schnelle Abläufe, durch und erlernt dadurch das ganze Spektrum an Techniken. Mit dem Training lernt man den Gegner zu kontrollieren (Abwehr) und auf diesen einzuwirken (Angriff).

Das freie Chi Sa

Hierbei verwendet man seine Kenntnisse aller Sektionen und Übungen und verbindet diese. Das freie Chi Sao orientiert sich nicht an einem Kampf und wird mit leichtem Druck ausgeübt. Hier gilt es nach einem eingesteckten Treffer weiter zu machen und die Übung nicht abzubrechen.

Der schwarze Gürtel

Den schwarzen Gürtel kennt sicher jeder, welcher sich für Kampfkunst oder auch –filme interessiert. Die meisten Menschen verbinden mit dem schwarzen Gürtel einen besonderen Meister in der Kampfkunst. Doch woher kommt nun der schwarze Gürtel eigentlich? Dies führt zurück auf die Tradition aus dem alten Land Japan. Hierbei sind die Schüler dem Lehrer in einem sauberen Kampfoutfit gegenüber getreten.

Wurde nun das Gewand in Folge eines Trainings schmutzig oder es ging hierbei kaputt, zog sich der Schüler um. Hierbei wechselten die Schüler lediglich den Trainingsanzug, nie aber den Gürtel. So ließ es sich auch nicht vermeiden, dass der Gürtel dadurch immer dunkler wurde. Daher zeugte zur damaligen Zeit ein dunkler Gürtel davon, dass die Schüler schon viele Jahre des Trainings hinter sich haben.

Was ist der schwarze Gürtel?

Generell ist es, dass ein weißer Gürtel den Anfänger kennzeichnet sowie ein schwarzer Gürtel einen weiter fortgeschrittenen Sportler im Kampf und auch einen Meister kennzeichnet. Dies stimmt jedoch nicht so ganz, auch bei schwarzen Gürteln gibt es oftmals mehrere. Im Karate oder auch im Judo gibt es zehn Dan-Grate. Beim Judo werden die Gürtel weiß, rot und der höchste Gürtel ist hier komplett rot gefärbt. Beim Karate dagegen bleiben die Gürtel in einem Bereich des Dans in Schwarz.

Überliefert wird hier beim schwarzen Gürtel von einem zweiten Anfang gesprochen. Fangen Schüler bei einem einen Kampfsport mit einem weißen Gürtel an, geht es meist darum, die Technik neu zu erlernen. Wurde nun der schwarze Gürtel bekommen, beginnt ein Verständnis.

Ab diesem Zeitpunkt kann der Schüler sich selbst weiterbilden. Nun beginnt jene Zeit, wo der Trainierende nicht so stark mehr auf andere Partner und Lehrer angewiesen ist. Dies bedeutet, er trainiert nicht mehr ausschließlich in einer Kampfschule, sondern zu Hause. Mit regelmäßigen und auch viel Training kann er dann auch ein Meister werden.

Wo und wann wird ein schwarzer Gürtel verliehen?

Jiu Jitsu entstammt von dem japanischen Samurai. Viele Künste der Kampf sind aus jener Kampfsportart entstanden, wie Aikido, Judo, Karate, das Ju-Jutsu hier findet starke Einflüsse des Krav Maga, Judos und auch Jiu Jitsu mit Boxen. Gürtelsysteme gibt es zum Beispiel auch beim Karate, Judo, Taekwondo oder auch beim Jiu Jitsu. Anerkannt wurden diese Gürtel einst von Kono Jigoro. Dieser war Gründer des Kodokan-Judos. Bereits im 19. Jahrhundert hat er das System zum ersten Mal verwendet.

Vor jener Entwicklung gab es keinerlei Gürtelsysteme in den japanischen Kampfkünsten oder auch den Kampfkünsten aus der Stadt Okinawa. Dies wurde in Kyu, den Schülern und Dan sowie den Meistergraden unterschieden. Generell fangen diese mit dem weißen Gürtel als ein Schüler an. Mit einem Bestehen der Prüfungen können auch andersfarbige Gürtel erhalten werden. Die Prüfungen sowie auch die Wartezeiten vor einer Prüfung werden je nach Ausbildungsgrad von einem zuständigen Verband geregelt.

In der Prüfung wird auf die korrekte Ausführung der Technik, die Einstellung, die Dynamik der Ausführung, Pünktlichkeit bei dem Training oder auch die Regelmäßigkeit des Krafttrainings und andere mehr bewertet. Je nach Sportart des Kampfes präsentiert der schwarze Gürtel verschiedene Fähigkeiten. Manchmal kann er schon dank viel Geschick und Motivation in recht kurzer Zeit erworben werden. Oftmals braucht es aber auch jahrelanges Training sowie eine ganze Menge an Ausdauer, bis der Schüler sich Schwarzgurtträger nennen darf.

Um was geht es bei Cham Kiu?

Beim bei Cham Kiu gilt generell dasselbe wie für auch die Technik des Siu Nim Tao. Mit diesem Training der Formen des Wing Chun lernen Schüler in erster Linie diese Fähigkeiten. Hierbei geht es aber nicht ursächlich um die eigentlichen Techniken.

Im Vergleich zur Siu Nim Tao trainieren Schüler in der Cham auch ihren Oberkörper, um diesen mit dem Unterkörper zu koordinieren. Hierbei üben sie nämlich Drehungen, Wendungen und Schritte. Die Schüler trainieren bei der Sportart Tritte in alle möglichen Richtungen. Sie beginnen mit einem Seitwärtstritt und hierbei findet sich auch der Vorwärtstritt bei der Kunst des Cham Kiu. Sie üben sogar den gedrehten Tritt nach hinten hinaus.

Um was es bei der Kunst vor allem geht ist, den gesamten Körper koordiniert zu bewegen. Die Schüler koordinieren hier nicht mehr nur die Arme oder auch den Oberkörper – wie dies in der Siu Nim Tao vollzogen wird. Sie setzen nun auch ihre Hüfte mit ein und sie bewegen auch die Beine. Wenn Schüler es nun nach einigen Übungen schaffen, alles als die eine Einheit zu bewegen, dann können sie schon eine große Schlagkraft aufbauen. Auch die Abwehrbewegungen werden bedeutend effektiver, wenn sie den ganzen Körper hierbei einsetzen.

Wie bedeutend die Kampfkunst Cham Kiu?

In der Cham Kiu nutzen Schüler und Lehrer im Grunde die gleichen Techniken wie bei der Siu Nim Tao. Damit ist es erst einmal wichtig, die Siu Nim Tao genau zu lernen, bevor sich an die Cham Kiu gewagt wird. Doch es bleibt hier nicht dabei. Bei der Cham Kiu trainieren die Schüler noch weitere Techniken, und lernen hier die Koordination des Ober- und Unterkörpers. Damit ist die Cham Kiu der nächste logische Schritt nach dem Siu Nim Tao.

Allein mit Siu Nim Tao wären Schüler nicht fähig hiermit zu kämpfen. Keiner kann diesen Kampf heil überstehen, wenn dieser nicht in der Lage ist, sich sehr gut zu bewegen. Und aus diesem Grund ist die Kunst so wichtig. Im Grunde könnten Schüler hier ihr Wing-Chun-Studium auch beenden. Die Cham Kiu-Kunst kombiniert mit Lat Sao und Chi Sao reicht aus, um sich gegen viele möglichen Angriffe verteidigen können.

Die einzige Voraussetzung ist hier, dass dies gründlich trainiert wird. Die Biu Tze sowie die Holzpuppe – einschließlich dem hierzu passenden Lat Sao und Chi Sao – liefern hier noch weitere Eventualitäten um das eine oder auch das andere Mal gerade noch passender reagieren zu können. Aber theoretisch reichen hier Siu Nim Tao und die Cham Kiu-Kunst schon aus, um die Wing Chun-Kunst gewiss einzusetzen.

Mit der Cham Kiu-Kampfkunst ist nicht nur jene Form an sich gemeint. Hiermit ist auch das Fühl- und das Freikampftraining gemeint, das auf der Cham Kiu-Technik basiert. Allein auch die 12 Schülergradprogramme stützen sich circa zu 90 Prozent auf der Cham Kiu-Technik. Und wenn diese überlegt über viele Jahre trainiert werden, dann sollten Schüler mit den meisten der bedrängten Situationen schon gut fertig werden. Und hieran anschließend haben Trainer auch noch die ersten Technikerprogramme, die genauso auf der Cham Kiu-Kunst basieren.

Panantukan

Bei Panantukan (auch als Suntukan bezeichnet oder wörtlich übersetzt Schlägerei) handelt es sich um ein Nahkampfsystem.

Der Unterschied bei Panantukan gegenüber dem Boxen in der westlichen Kultur liegt darin, dass man neben den herkömmlichen im Boxen benutzen Haken, Jabs sowie Uppercuts auch Schläge mit dem Knie, den Ellenbogen, mit der Schulter, mit dem Arm, Kopfstöße oder auch Low Kicks anbringen kann.

Außerdem wird versucht, den Gegner dabei aus dem Gleichgewicht zu bringen, um damit dessen Stand zu brechen. Panantukan wird auch als sogeanntes „Dirty Boxing“ ( das schmutziges Boxen übersetzt) bezeichnet, weil es keinem sportlichen Regelwerk unterliegt und auch nicht wettkampfkonform ist und zu schweren Verletzungen führen kann.

Ursprung und Herkunft

Der Ursprung liegt im philippinischen Kali (Kampfsportart aus den Philippinen) und dem Boxen in den westlichen Ländern. Bei dieser Kampfart wird darauf trainiert, den Gegner zu verwirren, abzulenken und zu absorbieren, um dadurch Hohlräume zu erhalten, durch die man dann selbst zuschlagen kann. Hierbei handelt es sich um ein waffenloses Kampfkunst-System, das alle für den Kampf wichtigen Aspekte der waffenlosen Verteidigung beinhaltet.

Bei dem Erlernen von diesen Techniken wird auch großen Wert auf die Verinnerlichung der Umsetzung gelegt. Dazu gehören zum Beispiel die Schnelligkeit, das Timing, die Sensitivität, die Stärke, das Gleichgewicht, die Koordination, das Durchhaltevermögen sowie die Entschlossenheit. Ebenso wird hier im Training auch Wert auf dynamische Angriffe, Drills, Flows, Schlagkombinationen, Konter und Gegen-Konter sowie auf das Sparring gelegt.

Das Endziel ist es hierbei, alle die erwähnten Techniken in einem „Flow“-Fluss“ dann fortlaufend anwenden zu können. Bei Panantukan werden, wie bereits erwähnt, alle Körperwaffen (wie zum Beispiel Kopfstoß, Knie, Ellenbogen, etc.) eingesetzt.

Dadurch entstehen unterschiedliche Möglichkeiten, die zum Ziel führen können und somit kampfentscheidend sind. Hierbei ist hier das Besondere, dass hier versucht wird, die Angriffshand des Gegners außer Gefecht zu setzen (zum Beispiel durch Brechen oder Ausrenken, etc.),um daraus dann einen entscheidenden Kampfvorteil zu ziehen.

Panantukan hat auch eine Beeinflussung auf das Profi-Boxen ausgeübt

Eine der erfolgreichsten Boxer auf den Philippinen war Ceferino Garcia. Er hat im Jahr 1939 den US-Amerikaner Fred Apostoil in New York besiegt und hat damals auch den Weltmeistertitel im Mittelgewicht errungen. Hierbei hat sich damals Garcia genau an die Regeln des Profi-Boxens gehalten. Gracia beherrschte jedoch auch die raueren Kampftechniken seines Heimatlandes.

Vor seiner Entdeckung als Profi-Boxer hatte er auf einer Zuckerplantage auf den Philippinen gearbeitet und hatte dann durch das Schlagen des Zuckerrohres mit einer philippinischen Machete (der Bolo) auch viel Kraft gewonnen und beherrschte dann auch die Kombination aus Uppercut und Haken, die auch beim Panantukan zum Einsatz kommt.   Das westliche Boxen ähnelt dieser Kampfsportart.

Doch dort sind Techniken enthalten, die jedoch im Profi-Boxsport vom Gesetz her verboten sind. Im Boxsport sind Schlägen an die Schläfen oder in den Unterleib oder Ellenbogenstöße nicht erlaubt. Auch im Gegensatz dazu stehen im Boxsport die Gegner nur selten als Duellanten gegenüber. Beide bewegen sich hier dynamisch im Raum und versuchen den toten Winkel beim Gegner für überraschende Angriffe auszunutzen. Aber für Ceferino Garcia war die Beherrschung dieser Kampfsportart eine gute Ausgangslage für seine spätere Profi-Boxsport-Tätigkeit.

Be Water my Friend

Be Water my friend. Egal ob Kampfsportlern oder Fans von asiatischer Philosophie. Dieser Satz ist wahrscheinlich Anhängern beider Gruppen bekannt. Dabei ist vielen Leuten nicht bekannt, dass dieser Satz von Bruce Lee stammt und seine Geisteshaltung widerspiegelt.

Vielleicht haben Sie sich selber gerade ertappt, dass Ihnen dieser Ausspruch zwar bekannt, aber der Urheber nicht bekannt ist. Bruce Lee war nicht nur einer der bekanntesten Schauspieler, wenn es um Martial-Arts Filme geht, sondern mit Jeet Kune Do hat er seine eigene Kampfkunst etabliert.

Diese wird nicht nur weltweit ausgeübt, sondern ist auch eines der vielfältigsten Kampfkünste, die Sie ausüben können. Der Satz “Be water my friend” ist dabei die Philosophie von Jeet Kune Do in einem Satz ausgedrückt. Aber was wollte uns Bruce Lee damit sagen?

Herkunft des Spruchs

Der Spruch “Be Water my Friend” kommt aus einem Interview, welches Bruce Lee zu seinen Hochzeiten gegeben hat. Auch wenn der Rahmen, in dem diese Weisheit den Weg in die Öffentlichkeit gelangt ist wenig feierlich anmutet, trotzdem hat er damit für viele Menschen eine Lebensphilosophie geschaffen.

Bedeutung

Wasser hat keine Form. Wasser in einer Tasse wird zur Tasse. Wasser in einem Glas passt sich der Form des Glases an. Daher kommt es immer auf die Umgebung an, in der sich das Wasser befindet. Laut Bruce Lee kann Wasser auch entweder fließen oder Dinge zerstören. Er verglich Wasser in einem anderen Interview mit Bambus. Auch wenn Bambus an sich stark ist, kann es selbst bei starkem Wind brechen. Das passiert vor allem dann, wenn der Bambus nicht nachgibt, sondern dem Wind trotzen will.

Gibt der Bambus jedoch nach und bewegt sich dem Wind entsprechend, bricht er nicht. Übertragen auf den Kampfsport und besonders auf das generelle Leben bedeutet es, Sie sollten mit Ihrer Geisteshaltung mit den Wellen des Lebens surfen. Die Dinge kommen im Leben wie sie kommen müssen. Sehen Sie diese Wellen, die bekannten Up-and-Downs als Chance, profitieren Sie nur von den Phasen im Leben. Wasser passt sich den Umständen der Umgebung an und fließt stets.

Mit “Be Water my Friend” hat Bruce Lee damit auch die Philosophie für seine Kampfkunst beschrieben. Oftmals auch als System ohne System beschrieben, verwendet diese Kampfkunst Elemente aus anderen Arten von Kampfsport und Kampfkunst. So werden äußere Einflüsse genutzt, um das eigene System zu erweitern und zu verfeinern. Was natürlich nicht nur für den Alltag wunderbar funktioniert, die verschiedenen Phasen im Leben als Chance zu sehen, ist auch für den Kampfsport eine enorm gute Idee.

Für das Training bedeutet es mit der Kraft des Gegeners zu arbeiten und natürlich das eigene Konzept so auszurichten, dass mit den Elementen und Bewegungen des Gegners gearbeitet wird.   Bruce Lee hat mit seinem Ausspruch “Be Water my friend” nicht nur ein Konzept fürs Training von Kampfsport oder Kampfkunst entworfen, sondern eben auch auf mentaler Ebene ein Konzept entwickelt, welches ein Vervollkommnung der eigenen Psyche und der eigenen Weltsicht ermöglicht.

In allen Dingen im Leben steckt nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance. Diese Chance können Sie jeden Tag nutzen, egal ob im Training oder im Alltag.

Foto: didesign / stock.adobe.com

Phillipp Reinhard

Mein Name ist Phillipp, ich bin 36 Jahre jung und wohne in der schönen Sächsischen Schweiz. Neben meinem Job im Büro bin ich auch noch Ehemann und Papa von zwei kleinen Rabauken.

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