Spiegelschrank oder Spiegel – der Vergleich

Soll ein Spiegel über dem Waschbecken im Bad hängen oder ein Spiegelschrank? Foto: ©stock adobe

Spiegelschrank oder Spiegel: Bei der Gestaltung des Bades stehen Sie vor der Wahl: Soll ein Spiegelschrank über dem Waschbecken hängen oder ist ein Spiegel für Sie die bessere Wahl? Um diese Entscheidung zu treffen, empfiehlt sich ein Vergleich der Vor- und Nachteile beider Varianten.

Spiegelschrank oder Spiegel – worin liegt der Unterschied

Spiegel und Spiegelschrank haben eine glatte, reflektierende Oberfläche gemein. Diese erfüllt den Zweck, ein Objekt oder das Spiegelbild einer Person anzuzeigen. Spiegel finden sich in mehreren Räumen einer Wohnung wieder. Sie hängen außer im Bad und in der Gästetoilette auch im Schlafzimmer sowie im Flur an oder nahe der Garderobe. Moderne Spiegel bieten Zusatzfunktionen wie Soundsysteme und Memoryfunktionen, Steckdosen und Spiegelheizungen.

Ein Spiegelschrank ist im Vergleich mit einem Spiegel multifunktional, denn hinter der reflektierenden Oberfläche befindet sich ein Schrank mit fest eingebauten oder in der Höhe verstellbaren Fächern für Badutensilien, Kosmetika und Medikamente. Was viele Badnutzer zu schätzen wissen: Spiegelschränke enthalten E-Boxen mit einer oder mehreren Steckdosen und USB-Anschlüssen. Deshalb braucht ein Spiegelschrank auch immer einen Stromanschluss.

Stauraum: Wie viel Platz bieten Spiegelschrank und Spiegel?

Ein Spiegel stellt keinen Stauraum zur Verfügung. Oft befindet sich jedoch eine Ablage unterhalb des Spiegels. Diese hat den Nachteil, dass darauf stehende Utensilien das Bad unaufgeräumter wirken lassen. Sind andere Badmöbel mit Schubladen oder ohne vorhanden, in denen sich Pflegeutensilien verstauen lassen, erübrigt sich die Anschaffung eines Spiegelschranks.

Ein Spiegelschrank bietet abhängig von seiner Größe mehr oder weniger Stauraum. Die Breite des multifunktionalen Badmöbels sollte sich an der des Waschbeckens orientieren. Für Gäste-WCs eignen sich daher kleine Schränke ab dreißig Zentimetern. In Badezimmern mit mittelgroßen Waschbecken passen Spiegelschränke mit einer Breite von sechzig bis achtzig Zentimetern. Für ein großzügiges Bad mit breiten Becken oder Doppelwaschbecken kommt ein einhundert bis einhundertvierzig Zentimeter breiter Spiegelschrank in Betracht.

Zudem unterscheiden sich die Spiegelschränke in der Höhe und Tiefe. Gängig sind Schränke mit einer Höhe von 70 und 80 Zentimetern und einer Tiefe von 15 Zentimetern.

Überlegen Sie vor dem Kauf, was Sie in dem Spiegelschrank unterbringen möchten. Sind die Einlagebögen in der Höhe verstellbar, haben sie mehr Möglichkeiten, den Platz auszunutzen und Pflegeprodukte unterschiedlicher Größe unterzubringen.

Design und Stil: Welche Lösung passt zu welchem Bad?

Für welches Badmöbel Sie sich entscheiden – ob ein Spiegel oder ein Spiegelschrank die bessere Wahl ist – hängt vom Design, dem eigenen Geschmack und dem Stil der Badeinrichtung ab. Ist das Bad klein, brauchen Sie eine platzsparende Lösung wie einen kompakten Spiegelschrank. Haben Sie alternative Badmöbel zum Unterbringen Ihrer Pflegeutensilien gefunden, eignet sich auch ein einfacher, schlanker Spiegel, der zu den Proportionen des Bades passt.

Funktionale Spiegelschränke mit elegantem Design passen zu klassischen Bädern. Verzierte Rahmen und andere antike Designs unterstreichen das Althergebrachte des Bades. Auch Spiegelschränke im Holzdesign oder mit sanften Farben bieten eine Möglichkeit, das Bad stilvoll aufzuräumen.

Schlichte, rahmenlose Spiegel mit indirekter Beleuchtung passen in das minimalistische Design moderner Bäder. Ein Spiegelschrank stört mit seiner Masse den schlichten Charakter des Raumes und ist deshalb nicht zu empfehlen.

Besitzen Sie ein luxuriöses Bad, darf der Spiegelschrank ebenso luxuriös ausfallen. Moderne Materialien und elegante Designs unterstützen den Stil ebenso wie neuartige technische Funktionen. Bevorzugen Sie einen Spiegel, erzeugen Sie Eindruck mit einem auffällig luxuriösen Rahmen.

Beleuchtung: Integriert oder separat – die Vor- und Nachteile

Unabhängig davon, ob Sie einen Spiegel oder einen Spiegelschrank kaufen, können Sie zwischen einer integrierten und einer separaten Beleuchtung wählen.

Eine integrierte Beleuchtung wirkt modern, denn sie besitzt eine nahtlose Optik. Sie spart Platz und ist weniger einfach zu montieren als eine separate Beleuchtung. Da sie fest mit dem Spiegel verbunden ist, hat sie den Nachteil, dass eine Reparatur aufwendig ist und spezielle Montageverfahren benötigt. Häufig müssen Sie bei einem Defekt den gesamten Spiegel ersetzen.

Zudem lässt sich der Abstrahlwinkel nicht regulieren und auch die Lichtfarbe und die Helligkeit sind nicht anpassbar. Dies ist ein Nachteil, denn integrierte LEDs liefern oft nicht ausreichend Helligkeit. Sind sie ungünstig positioniert, kann dies jedoch auch zu unangenehmer Helligkeit und Schattenbildung führen sowie auch blenden.

Dagegen ist eine separate Beleuchtung anpassungsfähig. Gefällt die Lichtfarbe nicht oder ist die Leuchte defekt, tauschen Sie diese einfach aus. Für den Spiegelbereich benötigen Sie eine Gesamtlichtstärke von fünfhundert bis tausend Lumen. Wählen Sie dimmbare Leuchten, können Sie die Helligkeit nach Ihren Bedürfnissen anpassen.

Außerdem sollten Sie sich für eine passende Farbtemperatur entscheiden. Zum Schminken und Pflegen eignet sich neutralweißes Licht mit 3.500 bis 4.500 Kelvin. Für das Schminken ist zudem eine realistische Farbdarstellung mit einem CRI-Wert von mindestens neunzig bedeutend. Opale Abdeckungen, die das Licht gleichmäßig verteilen, oder Diffusoren vermeiden unangenehme Blendungen.

Platzbedarf und Raumwirkung im Vergleich

Damit Sie die richtige Wahl treffen, empfiehlt es sich, Spiegel und Spiegelschrank hinsichtlich der Raumwirkung und des Platzbedarfs zu vergleichen. Ein Spiegel ist flach und nimmt daher weniger Platz ein als ein Spiegelschrank. Letzterer ragt in den Raum hinein, sofern er nicht in die Wand eingelassen wurde. Spiegelschränke verkleinern optisch den Raum. Dagegen lassen Spiegel das Bad größer und offener erscheinen. Ob ein Spiegel oder ein Spiegelschrank die bessere Wahl ist, hängt daher in hohem Maß von den räumlichen Gegebenheiten ab.

Montage- und Installationsaufwand

Einen Spiegel anzubringen, ist einfach. Zum Anbringen brauchen Sie lediglich einen Bleistift, ein tragfähiges doppelseitiges Klebeband oder Schrauben und Dübel samt Bohrmaschine und eine Wasserwaage. Bringen Sie dagegen einen Spiegelschrank an die Wand an, benötigen Sie mehr Zeit, mehr Kenntnisse, Geduld und Kraft. Denn Sie müssen den Schrank zuerst richtig zusammenbauen, die Position an der Wand anzeichnen, Löcher bohren und Montageschienen anbringen.

Zum Einhängen des Spiegelschranks brauchen Sie etwas Kraft, denn die Spiegelschränke bringen abhängig von deren Größe einiges an Gewicht mit. Hat Ihr Spiegelschrank eine Beleuchtung, müssen Sie einen Elektromeister hinzuziehen, denn nur dieser darf Elektroarbeiten in Feuchträumen vornehmen. Noch aufwendiger ist die Installation, wenn Sie den Spiegelschrank in die Wand einlassen.

Pflege, Reinigung und Langlebigkeit

Spiegel reinigen Sie mit einem feuchten Fensterleder. Bei starken Verschmutzungen verwenden Sie heißes Wasser. Zum Trockenreiben der Spiegelränder eignet sich ein weiches, fusselfreies Tuch.

Die Lichtblenden und Kunststoffteile sollten Sie ebenfalls feucht abwischen und dazu ein weiches Tuch oder ein Fensterleder verwenden. Wischen Sie trocken über Kunststoffteile, laden sich diese elektrostatisch auf. Dadurch sammelt sich mehr Staub auf den Oberflächen an. Verhindern können Sie dieses mit einem Antistatikmittel für Kunststoffe. Achten Sie zusätzlich darauf, dass Sie in Spiegelschränken aus Kunststoff niemals Benzin, Öl, Alkohol oder Lösungsmittel auf den Schrankboden stellen, denn diese Mittel zerstören den Kunststoff.

Hochglanzverchromte und eloxierte Oberflächen pflegen Sie ebenfalls mit einem feuchten Fensterleder oder fusselfreiem Tuch. Eloxierte Oberflächen können Sie nass auch mit der rauen Seite eines Haushaltsschwammes reinigen oder Scheuermilch verwenden. Achten Sie jedoch darauf, das Reinigungsmittel mit klarem Wasser zu entfernen und die Oberflächen danach trocken zu reiben.

Kosten und Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Entscheidung für oder gegen einen Spiegelschrank ist häufig eine Frage des Budgets. Sind Sie zum Sparen gezwungen, ist ein einfacher Spiegel die kostengünstige Lösung. Bei luxuriösen Spiegeln müssen Sie tiefer in die Tasche greifen.

Ein Spiegelschrank bietet Stauraum und benötigt daher mehr Material. Zudem hat er mehr Funktionen, die das Produkt teurer machen, sich aber letztendlich auszahlen. Der Preis des Spiegelschranks hängt von dessen Ausstattung, dem Material und der Größe ab. Einfache Spiegelschränke aus Kunststoff erhalten Sie ab dreißig Euro. Für luxuriöse Spiegelschränke bekannter Marken zahlen Sie mitunter mehr als dreitausend Euro.

Fazit: Spiegel oder Spiegelschrank – die Entscheidung ist individuell

Stehen Sie vor der Frage, ob Sie einen Spiegelschrank oder einen Spiegel kaufen sollten, kann Ihnen die Entscheidung pauschal niemand abnehmen. Die Antwort finden Sie selbst heraus, indem Sie die Vor- und Nachteile beider Varianten abwägen und dabei Ihre individuellen Bedürfnisse, die räumlichen Gegebenheiten sowie Ihr Budget berücksichtigen.

Verfasst von Redaktion

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